Vor der Eskalation im Nahen Osten hatte die Weltwirtschaft an Schwung gewonnen. Der Irankrieg veränderte dieses Bild mit einem neuerlichen Energiepreisschock grundlegend. Volkswirtin Bettina Hametner analysiert die aktuellen Konjunkturdaten.
Unterschiede zwischen Industrie- und Tourismusländern
Die EU-Kommission erwartet heuer ein BIP-Wachstum von 1,1 Prozent in der EU und 0,9 Prozent in der Eurozone. Die zusammengefassten Daten verdecken die erheblichen Unterschiede zwischen den Ländern: Während für industrielastige Staaten wie Österreich und Deutschland die Daten nach unten korrigiert wurden, wurde die BIP-Prognose für Spanien sogar geringfügig angehoben.
Bildung einer Lohn-Preis-Spirale?
Dennoch besteht Gefahr, dass sich der aktuelle Preisschock über dieselben Kanäle auf die Gesamtwirtschaft überträgt wie der letzte 2022: Höhere Energiepreise treiben die Produktions- und Transportkosten und schlussendlich potenziell die Endverbraucherpreise. Außerdem besteht die Gefahr der Bildung einer Lohn-Preis-Spirale - je nachdem wie lange und intensiv der Preisschock ist.
So spielt die EU-Kommission - wie viele andere Institute - in der aktuellen Prognose mehrere Szenarien durch. Doch selbst in einem (vergleichsweise optimistischen) Szenario bleibt die Euro-Inflationsrate auch 2027 noch mit 2,3 Prozent erhöht und über dem EZB-Ziel.
Wachstums- und Wettbewerbssorge in Europa
Höhere Inflation führt meist zu höheren Zinsen. Zusammen mit mehr Unsicherheit bremst das den Konsum und die Investitionen.
Dies ist nicht nur ein kurzfristiges Konjunkturthema, sondern schürt die langfristige Wachstums- und Wettbewerbssorge in Europa weiter. Ein Thema, das die EU im aktuellen Prognosebericht mehrmalig ansschneidet - im Speziellen auch in Bezug auf die zukunfts- und produktivitätsträchtigen Bereiche wie KI und den Handel mit wachstumsstarken, aufstrebenden asisatischen Märkten.
Konjunkturelles Stimmungsbild in Europa
Österreich |
Deutschland |
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Frankreich |
Italien |
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Spanien |
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Ersteller: Mag. Bettina Hametner, Petra Putschögl, Raiffeisenlandesbank Oberösterreich AG
Redationsschluss: 22.05.2026
Quelle: EU-Kommission, 21.05.2026
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