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Economic Research Report 1. Quartal 2020

Internationale ökonomische Entwicklung

Economic Research Report 1. Quartal 2019Weltwirtschaft

Das Weltwirtschaftswachstum bremste sich deutlich ein und Prognoseinstitute revidierten im Lauf des Jahres 2019 ihre Erwartungen laufend nach unten. Der Welthandel stagniert und die Spannungen in der internationalen Handelspolitik zollen ihren Tribut bei Vertrauen und Investitionstätigkeit. „Unsicherheit“ wurde seit dem Beginn der Handelsspannungen zwischen den USA und China zur Hauptsorge der Unternehmer rund um den Globus. Die OECD rechnet in ihrem Weltwirtschaftsausblick vom November 2019 mit einem breitbasierten Abschwung (nicht Rezession!) in Industrie- wie Schwellenländern. Gut ausgelastete Arbeitsmärkte unterstützen aber Einkommen und damit Konsumnachfrage. Umfragedaten deuten jedoch auch hier bereits auf eine künftige Abschwächung hin. Der bislang recht dynamische Dienstleistungssektor könnte also 2020 ebenso an Fahrt verlieren. Insgesamt geht die OECD davon aus, dass die Weltwirtschaft 2020/21 0,3-0,4%punkte unter ihrem Potenzial wachsen wird. Wirtschaftspolitische Stimuli in einigen wichtigen Volkswirtschaften, unter anderem China und USA, sowie hohe Beschäftigungsniveaus und expansive Geldpolitik in Industriestaaten sollten aber einer allzu starken wirtschaftlichen Abschwächung gegenwirken.

Eurozone

Für die Eurozone erachtet man es als unwahrscheinlich, dass die Konjunktur 2020 stärker anziehen könnte. Zu schwach fallen wichtige Vorlaufindikatoren aus und zu groß sind die bremsenden Faktoren und Risiken - intern wie extern - hohe Unsicherheit, schwaches außenwirtschaftliches Umfeld, strukturelle Änderungen speziell im verarbeitenden Gewerbe, etc. Dazu kommt, dass der ursprünglich erwartete Rebound der Schwellenländer angesichts niedriger Rohstoffpreise und Spannungen im Welthandel nicht so stark ausfallen dürfte. Auch könnten die osteuropäischen Länder nicht so immun sein, wie es den Anschein hatte. Grenzüberschreitende Produktionsketten machen einen Übergriff der langsameren BIP-Wachstumsraten von West- auf Osteuropa wahrscheinlich. Die Schwäche des Welthandels trifft die europäische Investitionsnachfrage hart. Auch der Bau wird die aktuelle Dynamik nicht halten können, hierfür zeichnet sich aber vor allem der Fachkräftemangel verantwortlich. Gut aufgestellt sind in Europa nach wie vor die Arbeitsmärkte. Steigende Löhne, niedrige Inflation und Zinsen stärken die Kaufkraft und damit den Konsum, der vorerst Konjunkturstütze Nummer 1 bleiben dürfte. Allerdings zeichnet sich langsam eine höhere Sparneigung der Haushalte ab, die sich in der Erwartung wieder steigender Arbeitslosenquoten und sonstigen Unsicherheiten begründet. Der niedrige Inflationstrend hält trotz Lohnsteigerungen an: Angesichts der schwachen Nachfrage scheuen sich Unternehmen scheinbar, Preise zu erhöhen und nehmen lieber geringere Margen in Kauf. Zudem gehen viele Analysten von weiter leicht sinkenden Ölpreisen aus. Aufgrund der sehr niedrigen Inflationsraten und -prognosen lockerte die EZB 2019 ihre Forward Guidance laufend. Am 12.09. setzte sie schließlich konkrete weitere expansive Maßnahmen (u.a. Senkung Einlagezins auf -0,5 %, Wiederaufnahme Anleihekaufprogramm ab November 2019). Die neue EZB-Präsidentin Christine Lagarde, die im November von Mario Draghi übernahm, betont die Notwendigkeit einer weiterhin umfangreichen geldpolitischen Akkommodierung. Sie kündigte überdies eine ausgedehnte Überprüfung der geldpolitischen Strategie an, die bis Ende 2020 abgeschlossen sein soll.

USA

Die US-Wirtschaft wächst grundsätzlich zwar weiter solide und nahe ihrem Potenzial, die globalen Unsicherheiten und die schwächere Weltwirtschaft zollen aber auch in den USA ihren Tribut. Dies zeigt sich an der Abschwächung bei Exporten und Investitionstätigkeit, während der Arbeitsmarkt anhaltend gute Zahlen liefert und der Privatkonsum kräftig weiterwächst. Aufgrund der steigenden Unsicherheiten, die die konjunkturellen Vorlaufindikatoren dämpfen und des geringen Inflationsdrucks senkte die FED im 2. Halbjahr 2019 drei Mal die Leitzinsen um je 25 Basispunkte, um die US-Wirtschaft im unsicheren internationalen Konjunkturumfeld gegen zu große adverse Tendenzen abzusichern. Nach der Dezembersitzung dämpfte man die Aussicht auf weitere Senkungen sofern sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht gravierend ändern.

 

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Dieser Bericht wurde von der Raiffeisen Bank International AG erstellt und wird Ihnen in unveränderter Form von der Raiffeisenbankengruppe Oberösterreich zur Verfügung gestellt (Aufsichtsbehörde: FMA Österreichische Finanzmarktaufsicht). Bitte beachten Sie auch die Hinweise in dieser Broschüre.

Stand: Jänner 2020, Quelle: Economic Research RLB OÖ AG


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