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Unternehmensanalyse

Wertpapieranalyse anhand von Kennzahlen

Die Unternehmensanalyse zieht, zum Unterschied von der Global- und Branchenanalyse, ihre Schlüsse direkt aus der Situation und Entwicklung des jeweiligen Unternehmens.

Um Unternehmen, die verschieden groß sind, mit einander vergleichen zu können, werden zur Bewertung eines Wertpapiers meistens Quotienten der Unternehmensdaten verglichen. Dabei werden zum Beispiel Quartals- oder Jahresberichte verwendet. Damit diese Kennzahlen vergleichbar sind, müssen die Unternehmen nach einheitlichen Regeln bilanzieren.

Des Weiteren gibt es eine Reihe von wichtigen Verhältniszahlen, die in die Bewertung miteinfließen.

Wichtige Verhältniszahlen

  • Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)
    Das KGV ist wohl die bekannteste Kennzahl der Aktienanalyse. Errechnet wird das Kurs-Gewinn-Verhältnis, indem man den aktuellen Kurs durch den erwarteten Unternehmensgewinn je Aktie dividiert.
    Bei einem niedrigen KGV gilt eine Aktie als günstig bewertet, bei einem hohen KGV als ungünstig.
     
  • Dividendenrendite
    Die Dividendenrendite ist ebenfalls eine der klassischen Zahlen zur Bewertung von Aktien. Hierbei wird die Dividende als Anteil am Aktienkurs ausgedrückt (Dividende / Aktienkurs) * 100.
    Ein Beispiel: 0,70 Euro Dividende pro Aktie zu 25 Euro (Dividendenrendite = 2,80 %) ist besser als 1,20 Euro Dividende pro Aktie zu 55 Euro (Dividendenrendite = 2,18 %).
    Hintergrund dieser Zahl ist, dass eine hohe Dividende weniger Ertrag bringen kann als eine niedrige, wenn man den Bezug zum Aktienkurs nicht herstellt.
     
  • Eigenkapitalquote
    An der Eigenkapitalquote kann man das Verhältnis von Eigenkapital zum Gesamtkapital eines Unternehmens ablesen. Dazu teilt man das Eigenkapital durch das Gesamtkapital und  multipliziert mit 100. Je höher die Eigenkapitalquote, desto besser sind die Stabilität des Unternehmens und somit die Unabhängigkeit von Fremdmitteln wie Krediten. Ein Wert von etwa 40 % wird von Investoren als gut befunden.

Die Unternehmensanalyse ist auf jeden Fall ein wichtiges Instrument zur Bewertung von Aktien, da sie relativ objektiv ist. Das heißt aber nicht, dass sich damit künftige Kursentwicklungen voraussagen lassen! Viele Kursentwicklungen sind irrational - Kurseinbrüche wegen unvorhergesehener Ereignisse sind durchaus möglich. Für langfristige Investoren sind solche Analysen jedoch gut geeignet, da die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass sich gut bewertete Titel positiv entwickeln.

 

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