Economic Research Report 4. Quartal 2019

Schwachpunkte: Industrie und Welthandel Wachstumspfeiler: Dienstleister und Konsum

Economic Research Report 1. Quartal 2019Globale Konjunkturdynamik

Die globale Konjunkturdynamik verlangsamt sich seit Mitte 2018. Speziell das Verarbeitende Gewerbe, die Investitionsnachfrage und der internationale Handel schwächeln, während sich der Dienstleistungssektor und die private Konsumnachfrage in vielen Fällen als Stützen des Wirtschaftswachstums erweisen. Im Jahresverlauf 2019 wurden Wirtschaftswachstumsprognosen laufend zurückgenommen, vor allem für Länder die von gedämpfterem Welthandel und Investitionsnachfrage am stärksten betroffen sind. Generell schwächt sich das Wachstum sowohl in Industrie- als auch Schwellenländern ab. In ihrer Septemberprognose rechnet die OECD 2019 mit 2,9 %, dem schwächsten Weltwirtschaftswachstum seit der Finanzkrise. 2020 könnte es wieder leicht auf 3 % anziehen. Allerdings sind die Risiken nach wie vor hoch und nach unten gerichtet, da zahlreiche Unsicherheiten und Störfaktoren die Stimmung trüben: Das Risiko einer schärferen und länger anhaltenden Abschwächung der chinesischen Importnachfrage ist nicht zu vernachlässigen, ein No-Deal-Brexit ist nicht vom Tisch und das Zusammenspiel aus Konjunkturabschwung, hoher Verschuldungsquoten und sich verschlechternder Bonität verstärkt die Anfälligkeiten an den internationalen Finanzmärkten. Dazu kommt, dass die Investitionszurückhaltung und Störungen der internationalen Lieferketten durch Handelsstreitigkeiten und Protektionismus nicht nur kurzfristig zu schwächerem BIP-Wachstum führen, sondern Produktivität und Wachstumspotenzial auch nachhaltig senken könnten. Schließlich besteht noch das Risiko, dass die anhaltende Schwäche der Industrie und das dadurch langsamere Beschäftigungswachstum auf Konsum und Dienstleistungssektor übergreifen. Trotz dieser Risiken sieht die überwiegende Mehrheit der Analysten dennoch kein Rezessions- sondern ein globales Abschwungszenario mit vorübergehend gedämpfterem Wirtschaftswachstum.

USA

Grundsätzlich wächst die US-Wirtschaft zwar weiter solide und nahe ihrem Potenzial, die globalen Unsicherheiten
und die schwächere Weltwirtschaft zollen aber auch in den USA ihren Tribut. Dies zeigt sich an der Abschwächung
bei Exporten und Investitionstätigkeit, während der Arbeitsmarkt anhaltend gute Zahlen liefert und der Privatkonsum kräftig weiterwächst. Aufgrund der steigenden Unsicherheiten, die die konjunkturellen Vorlaufindikatoren dämpfen und des geringen Inflationsdrucks entschloss sich die FED nach einer ersten Zinssenkung Ende Juli 2019 zu einem weiteren Zinsschritt um -25 Basispunkte Mitte September, um die US-Wirtschaft im unsicheren internationalen Konjunkturumfeld gegen zu große adverse Tendenzen abzusichern.

Eurozone

Auch für die Eurozone wurden die Wirtschaftswachstumsprognosen 2019 laufend nach unten korrigiert. Grund sind auch hier die oben genannten Widrigkeiten und die ausgewachsene Schwäche vor allem der deutschen Industrie. Für das Verarbeitende Gewerbe sind die Vorlaufindikatoren weiter sehr schwach, aber auch der Dienstleistungssektor büßte letztlich etwas an Schwung ein. Grundsätzlich zeigen sich Dienstleistungs- und Bausektor aber weiterhin recht robust. Auch das nach wie vor kräftige Beschäftigungswachstum und steigende Löhne stützen die Widerstandsfähigkeit der Euro-Volkswirtschaft. Das von schwächerem Wachstum geprägte Umfeld und geringere Energiepreise dämpfen die Inflationserwartung. Die EZB kürzte im Herbst ihre Inflationsprognosen nochmals leicht und rechnet bis 2021 mit deutlich unter der 2 % Marke liegenden Teuerungsraten. Damit rechtfertigt sie ihre nochmals expansiver ausgestaltete Geldpolitik.

 

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Stand: November 2019, Quelle: Economic Research RLB OÖ AG


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