Im Blickpunkt Ölmarktreport

Raiffeisen Research

Im Blickpunkt ÖlmarktreportIran-Sanktionen werfen Schatten voraus

Kernaussagen

  • US-Sanktionen gegen den Iran (treten mit 04.11.18 in Kraft) werfen ihre Schatten voraus. Rohölexporte des Irans schon deutlich gefallen
  • Die OPEC (ex Iran) hat im September um rund 0,8 Mio. Fass pro Tag (FpT) mehr gefördert als noch im ersten Halbjahr 2018
  • Die globalen Reservekapazitäten befinden sich auf einem sehr niedrigen Niveau
  • Das vierte Quartal zeigt sich moderat unterversorgt – weitere Förderausfälle z.B. in Libyen oder Nigeria könnten zu einem deutlichen Ölpreisanstieg führen
  • Deutliche Entspannung im ersten Quartal 2019 dank eines saisonal bedingten Nachfragerückgangs sowie Förderausweitungen in den USA, Brasilien und Kanada erwartet
  • Die US-Schieferölproduktion ist seit Dez. 2016 um 2,5 Mio. FpT gestiegen; ein Engpass bei den US-Pipelinekapazitäten in Texas könnte das Wachstum bei US Schieferöl im nächsten Jahr etwas einbremsen
  • Ölpreisprognose 2019: USD 72 pro Fass Brent (Durchschnittspreis)

Die Situation am Ölmarkt hat sich innerhalb von zwei Jahren dramatisch geändert. War dieser 2016 noch deutlich überversorgt, dominiert nun vielfach die Angst, dass es in den nächsten Monaten zu einem Engpass beim globalen Ölangebot kommen könnte. Das lässt sich auch augenscheinlich mit der Ölpreisentwicklung seit Januar 2016 belegen. Damals markierte der Preis für ein Fass Brent einen langjährigen Tiefststand von weniger als USD 28. Mit Anfang Oktober 2018 hatte sich dieser Preis auf USD 86 pro Fass mehr als verdreifacht. Zuletzt mehrten sich die Stimmen und Analystenprognosen, die ein baldiges Erreichen der USD 100-Marke voraussagen. Ausschlaggebend für diese Prognosen sind aktuelle sowie drohende Angebotsprobleme in einigen Ländern – u.a. Iran, Venezuela, Libyen, Nigeria, Irak sowie die Gefahr eines infrastrukturell bedingten langsameren Wachstums der US-Schieferölproduktion. Während die Ursachen ganz unterschiedlich sind, ist ihnen eines gemein: jedes für sich alleine beinhaltet jedenfalls das Potenzial, das ohnehin aktuell relativ knappe globale Ölangebot nochmals zu verringern. Unter der eher unwahrscheinlichen Annahme, dass sich die Angebotssituation in gleich mehreren der angeführten Ländern zur gleichen Zeit verschärft, könnte es in der Tat noch im vierten Quartal – wenn auch aus unserer Sicht nur vorübergehend – zu einem Preissprung in Richtung USD 100 pro Fass Brent kommen. Das hat auch mit den in den letzten zwei Jahren deutlich gefallenen Reservekapazitäten zu tun. Diese befinden sich mittlerweile auf einem historisch gesehen niedrigen Niveau. Geht nun zu viel Rohöl in kurzer Zeit aus dem Markt, könnten sie sehr rasch aufgebraucht sein. Dementsprechend hoch wäre die im Ölpreis eskomptierte Risikoprämie. Sieht man sich allerdings die aktuellsten Daten zu den Fördermengen in Libyen, Irak und Nigeria an, ist die Wahrscheinlichkeit für ein solches Szenario aus unserer Sicht gering.

 

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Weitere Informationen über den Rohstoff Rohöl finden Sie auch in der Rohstoffinfo Rohöl, mit Eckdaten und Kennzahlen.

 

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Stand: Oktober 2018


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