Gründe für eine anhaltende Resilienz beim digitalen Wandel 2020

Ein Beitrag von Franklin Templeton

Gründe für eine anhaltende Resilienz beim digitalen Wandel 2020

Jonathan Curtis von Franklin Equity Group erläutert, warum nach seiner Auffassung in den kommenden Jahren alle Unternehmen deutlich stärker in digitale Technologien investieren müssen, um ihre Kunden besser verstehen und bedienen zu können und um Kosten zu sparen.

Zu Beginn des Jahres 2020 scheint mancher Aktienanleger um die Bewertungen von Technologieaktien in Sorge zu sein. In Anbetracht dessen, dass der Sektor Informationstechnologie (IT) in den vergangenen drei Jahren das beste Wachstumsprofil des gesamten S&P 500 Index bot und 2019 alle anderen zehn Aktiensektoren bei weitem übertraf, sind diese Bedenken verständlich.

Auch wenn es im IT-Sektor stets überbewertete oder unterbewertete Branchen gibt, droht nach unserer Überzeugung keine Blase wie 1999-2000. Insgesamt halten wir den IT-Sektor angesichts seiner guten Entwicklung bei Wachstum und Qualität vielmehr für angemessen bewertet. Aus unserer Sicht gibt es im IT-Sektor viele ausgezeichnete etablierte Unternehmen, die Cashflows und Gewinne erwirtschaften. Wir weisen zudem darauf hin, dass wir uns in einer Übergangsphase befinden, da wichtige neue Wachstumstreiber wie z. B. Internet der Dinge (IoT), Big Data und künstliche Intelligenz (KI) aufkommen. Wir erwarten im kommenden Jahrzehnt die Implementierung von hunderten Milliarden „Edge Devices“ (Randgeräten), eine Explosion der Datenmengen und neue Ansätze in der Rechentechnik für die nachhaltige Verarbeitung aller verfügbaren Daten und die Wertschöpfung daraus.

Allerdings sind wir für die langfristigen Aussichten einiger Unternehmen im IT-Sektor optimistischer als andere. Besonders interessant finden wir den Ausblick für jene Unternehmen, die den digitalen Wandel ermöglichen, der sich in allen Branchen vollzieht.

 

Randnotiz: Digitaler Wandel und seine Unterthemen

Wir konzentrieren uns weiter auf die besten Unternehmen, die stark mit dem digitalen Wandel und den damit zusammenhängenden Unterthemen verbunden sind: KI und maschinelles Lernen, Cloud-Computing, Datenwissenschaft und -analyse, Internet der Dinge (IoT), intelligente Maschinen, Cybersicherheit, Software as a Service (SaaS), E-Commerce, Fintech, digitale Werbung, Kundenkenntnis, Workflows der nächsten Generation sowie Softwareentwicklung.

 

Öffnung für den digitalen Wandel

Aus unserer Sicht dürften ausgewählte Unternehmen, die den digitalen Wandel ermöglichen, ihre Wettbewerber in den kommenden Jahren übertreffen. Laut dem Marktforschungsunternehmen IDC wird prognostiziert, dass sich die Investitionen in den digitalen Wandel im Vierjahreszeitraum bis 2023 an 7,1 Bio. US-Dollar annähern werden, wenn man eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 17,5 % zugrunde legt. [1]

Von zentraler Bedeutung für den digitalen Wandel ist es, dass im Sinne einer genaueren Kundenkenntnis umfangreiche Daten erhoben und genutzt werden. Dank des anschließenden Einsatzes von Software und Cloud-Technologien können die Kunden dann zu geringeren Kosten bedient werden. Zwar besteht die Gefahr, dass manche der großen Internetplattformen in ihrer Fähigkeit, Daten zu erheben und zu nutzen, durch neue Vorschriften eingeschränkt werden. Wir sind aber der Ansicht, dass diese Unternehmen, falls notwendig, auch mit geringeren Mengen Daten funktionieren können.

Außerdem geht es bei diesen Unternehmen nicht nur um die Erhebung von Daten. Vielmehr beruht ihr Erfolg darauf, dass sie mit attraktiven Suchfunktionen, sozialen Netzwerken und Unterhaltung die Aufmerksamkeit der Nutzer auf sich ziehen. Mit den derart erhobenen Daten segmentieren und generieren sie dann Wissen über das erreichte Zielpublikum und geben Werbetreibenden anonymisierten Zugang zu den Zielgruppen. Das Geschäftsmodell funktioniert deshalb gut, weil diese Unternehmen über die gesamte Wertschöpfungskette erfolgreich sind – nicht nur, weil sie Daten erheben und verknüpfen.

Technologiethemen außerhalb des digitalen Wandel

Nach unserer Auffassung ist die Zukunft für Unternehmen in herkömmlichen Technologiebereichen wie etwa PCs und Infrastruktur für „On-Premise“-Rechenzentren nicht so rosig. Obwohl einige dieser Unternehmen möglicherweise mit niedrigeren Bewertungskennzahlen gehandelt werden, haben sie nach unserer Auffassung niedrigere Wachstumsaussichten und dürften in der Ära des digitalen Wandels Schwierigkeiten bekommen.

Anlass zur Sorge bieten auch die erhöhten Anlegererwartungen in Teilen der Software-Branche. Die Bewertung vieler Software-Unternehmen stieg im Laufe des Jahres 2019 deutlich an, obwohl sich in Europa zunehmend Anzeichen auf eine wirtschaftliche Schwäche ausmachen ließen und es nach einem besonders starken Jahr 2018 auch bei den Ausgaben der Unternehmen für herkömmliche Technologien Hinweise auf eine allgemeine Abschwächung gibt.

Obwohl wir unsere Software-Positionen so angepasst haben, dass sie unsere Bedenken bezüglich der Bewertungen berücksichtigen, bleiben wir in Bezug auf die langfristigen Aussichten für die Branche zuversichtlich. In der Halbleiterindustrie und bei den US-amerikanischen und chinesischen Internetunternehmen erkennen wir jedoch bessere Aussichten und diese Bewertungen sind neuerdings attraktiver für uns.

Potentielle Risiken für unseren Ausblick

Im Laufe der Zeit gab es im IT-Sektor Phasen kurzfristiger Volatilität. Für die Zukunft erwarten wir eine fortgesetzte Volatilität in der Halbleiterbranche, insbesondere, solange der Handelsstreit zwischen den USA und China weiter schwelt.

Obwohl sich die USA und China auf ein „Phase 1“-Handelsabkommen verständigten, gehen wir von möglichen Zollbelastungen für die US-amerikanischen IT-Hardware-Unternehmen aus, die ihre US-amerikanische Hardware zum Teil in China herstellen lassen. Überdies behalten wir genau im Blick, wie sich das regulatorische Umfeld für viele der großen US-amerikanischen Internetfirmen verändern könnte.

Wir sind der Meinung, dass ein Unternehmen mit einem robusten Geschäftsmodell, Potenzial zur Kapitalaufnahme, einem starken Management und einem nachhaltigen und belangvollen Wettbewerbsvorteil lange und beständig wachsen kann, sofern es sich auf einem ausreichend großen Gesamtmarkt befindet.

Hinsichtlich der Bewertungen konzentriert sich unsere Arbeit als langfristige Anleger stets auf die Frage, wie ein Unternehmen in der Reifephase aussehen wird – nicht aber auf die Bewertung des kurzfristigen Gewinns, Cashflows oder Umsatzes durch den Markt. Unseres Erachtens entgehen Anlageprozessen, die sich ausschließlich auf derartige kurzfristige Kennzahlen stützen, die bedeutenden Vorteile eines nachhaltigen, kumulierten Umsatzwachstums und Gewinnhebels.

 

 

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Stand: Februar 2020


[1] Quelle: International Data Corporation (IDC), Worldwide Digital Transformation 2020 Predictions, Oktober 2019. Es kann nicht zugesichert werden, dass sich Prognosen, Schätzungen oder Hochrechnungen als richtig erweisen.


Welche Risiken bestehen?
Alle Anlagen sind mit Risiken behaftet, inklusive des möglichen Verlusts der Anlagesumme. Der Wert von Anlagen kann fallen oder steigen, und Anleger erhalten möglicherweise nicht den vollen Anlagebetrag zurück. Aktienkurse schwanken mitunter rasch und heftig. Das kann an Faktoren liegen, die einzelne Unternehmen, Branchen oder Sektoren betreffen, oder an den allgemeinen Marktbedingungen. Investitionen in schnell wachsende Branchen wie den Technologiesektor (der erfahrungsgemäß eine hohe Volatilität aufweist) können vor allem kurzfristig stärkeren Kursschwankungen unterliegen, da technologische Produkte schnell verändert und entwickelt werden. Außerdem können sich die Vorschriften für wissenschaftlich oder technologisch fortschrittliche Unternehmen sowie für die Zulassung neuer Arzneimittel und medizinischer Instrumente ändern.


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