Privatkonsum als Konjunkturstütze

Economic Research Report 3. Quartal 2019

Economic Research Report 1. Quartal 2019Weltwirtschaft

Die Weltwirtschaft hat Mitte 2018 den konjunkturellen Höhepunkt überschritten. In fast allen Ländern verlangsamt sich heuer das Wirtschaftswachstum, teils erheblich gegenüber 2017/18. Gründe dafür sind vor allem die geo- und wirtschaftspolitischen Risiken (Handelskrieg, Brexit, ...), die die Dynamik der Handelsflüsse und Investitionsnachfrage dämpfen und das Sentiment vor allem des Verarbeitenden Gewerbes drücken. Beim Welthandelsvolumen, einem Schlüsselindikator der Weltwirtschaft, kam es bereits zu einer abrupten Verlangsamung von 5,5 % 2017 auf etwa 0,7 % im 1. Quartal 2019. Für das Wachstum der globalen Unternehmensinvestitionen prognostiziert die OECD ein Abbremsen von 3,5 % p.a. (2017/18) auf ca. 1,75 % p.a. 2019/20. Darauf basierend erwartet die OECD nach 3,5 % 2018 für 2019 eine Abschwächung des Weltwirtschaftswachstums auf 3,2 % (2020: 3,4 %). Zwar hat das wirtschaftliche Expansionstempo schlechteren Vorlaufindikatoren zum Trotz im 1. Quartal 2019 sowohl in den USA als auch im Euroraum etwas zugenommen, Frühindikatoren weisen aber weiter nach unten und vor allem die Industrie zeigt seit Monaten eine ausgewachsene Schwäche mit Werten von Vorlaufindikatoren teils sogar unter den Expansionsschwellen.

Schwellenländer

Ein pauschales Statement über die wirtschaftliche Entwicklung der großen Schwellenländer ist kaum möglich: Während Indien das Land der G20 mit der schnellsten wirtschaftlichen Expansion bleibt, wächst sich Chinas Schwäche aus und nur mit geld- und fiskalpolitischen Stimulusmaßnahmen hofft man die BIP-Wachstumsrate bei 6 % stabilisieren zu können. Im Aggregat werden die Schwellenländer wieder stärker zum Weltwirtschaftswachstum beitragen, da große Volkswirtschaften wie Argentinien und die Türkei aus tiefen Rezessionen herausfinden dürften.

USA

Außenwirtschaftlicher Gegenwind und höhere Zinsen haben das BIP-Wachstum der USA bislang nur wenig abgeschwächt, unter anderem weil fiskalische Stimuli noch wirken. Dennoch hat auch die US-Wirtschaft den Zenit überschritten, Vorlaufindikatoren deuten auf eine geringere Wachstumsdynamik in den nächsten Quartalen hin. Der Arbeitsmarkt ist sehr gut ausgelastet und der Mangel an Fachkräften groß, dennoch ist der Lohndruck überschaubar und die Inflationserwartungen am Zielwert der Notenbank. Angesichts der gestiegenen konjunkturellen Risiken bei geringer Inflationsgefahr schwenkte die US-Notenbank Ende des 2. Quartals 2019 wieder auf ein taubenhafteres Wording um. Viele Analysten erwarten im 2. Halbjahr 2019 bis zu 2 Zinssenkungen der FED um insgesamt 50 Basispunkte.

Euroraum

Die Expansion im Euroraum setzt sich fort, allerdings mit deutlich reduzierter Geschwindigkeit, auch hier angesichts der gestiegenen Unsicherheiten (zB Brexit, Handelsstreit USA, Nachfrageschwäche Chinas, Probleme der (Kfz)-Industrie, Haushaltssituation Italien, etc.). Speziell in der größten Euro-Volkswirtschaft bremst sich das Wirtschaftswachstum scharf ein: Die Konjunkturprognosen für Deutschland wurden im Lauf der letzten Monate deutlich auf unter 1 % für 2019 zurück genommen. Steigende Beschäftigung bei niedriger Inflation sorgt im Euroraum für steigende Einkommen und robuste Konsumentwicklung, der damit zur Hauptstütze der Konjunktur wird. Allerdings zeigen sich auch die Konsumenten nicht mehr ganz so euphorisch, und ein größerer Teil der Einkommen fließt in Ersparnisse. Angesichts der schlechteren Vorlaufindikatoren und deutlich reduzierter Wirtschaftswachstumsprognosen bei anhaltend unter dem EZB-Ziel liegender Verbraucherpreisinflation schlug die EZB im Juni 2019 nochmals lockerere Töne an und schob eine erste Leitzinserhöhung noch weiter, bis über die erste Jahreshälfte 2020 hinaus.

 

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Stand: Juli 2019, Quelle: Economic Research RLB OÖ AG


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