Teil 3: Veranlagen in Anleihen

Sicherheitsorientiert anlegen

Der Staat, Unternehmen oder Banken benötigen Kapital um Investitionen zu tätigen. Sie leihen sich Geld bei Anlegern in Form einer Anleihe, die auch Renten, Bonds, Schuldverschreibungen oder Obligationen genannt werden. Anleihen sind handelbare Wertpapiere, die eine Schuld verbriefen (Forderungspapier).
 

Die wichtigsten Merkmale einer Anleihe:

  • Regelmäßige Zinszahlung (deshalb auch Renten genannt)
  • Rückzahlung des eingesetzten Kapitals am Laufzeitende
  • Notierung der Anleihen erfolgt in Prozent
  • Kauf- oder Verkaufskurs kann je nach aktueller Markt- und Zinssituation schwanken
  • Verzinsung kann fix oder variabel sein

Arten von Anleihen - unterschieden nach den Emittenten

  • Bundes- bzw. Staatsanleihen
  • Bankanleihen
  • Unternehmensanleihen

Die Höhe der Verzinsung hängt ab von:

  • Bonität des Emittenten
  • Laufzeit der Anleihe
  • Aktuelles Marktzinsniveau

Die wirtschaftliche Lage des Emittenten ist Grundlage für die Sicherheit eines Wertpapiers. Das Bonitätsrisiko zeigt sich in der Kreditfähigkeit des Schuldners.

Zur Beurteilung der Bonität werden sogenannte Ratings herangezogen, die zum Beispiel von Standard&Poor’s (S&P) oder Moody´s erstellt werden und dem Anleger als Orientierung dienen.
 

Rating Kategorie S&P Moody's Bedeutung
Investment
Grade
AAA Aaa beste Schuldnerqualität
AA Aa hohe Schuldnerqualität
A A starke Zins- und Tilgungsfähigkeit
BBB Baa mittlere Schuldnerqualität
Speculative
Grade
BB Ba spekulative Anlage
B B zukünftige Zahlungsfähigkeit schwach
CCC Caa gegenwärtige Zahlungsfähigkeit gefährdet
CC, C Ca, C niedrigste Qualität
D D Zahlungsausfall

Kursverhalten einer Anleihe

Anleihe

Das Marktzinsniveau wird durch verschiedene Faktoren wie, Haushaltspolitik des Staates, Notenbankpolitik, Konjunkturentwicklung, etc. beeinflusst. Durch die Veränderung der Marktzinsen ändert sich auch der Kurs der Anleihen. Im Allgemeinen gilt, wenn das allgemeine Zinsniveau steigt, fallen die Kurse für die im Umlauf befindlichen Anleihen. Umgekehrt gilt, fällt das allgemeine Zinsniveau, folgt ein Anstieg der Anleihenkurse.

Was sollten Anleihen-Anleger beachten?

  • Die Rückzahlung der Anleihe erfolgt in der Regel zu 100 Prozent vom Nennwert am Ende der Laufzeit.
  • Kursgewinne oder -verluste bei Kauf oder Verkauf der Anleihe sind während der Laufzeit möglich.
  • Je höher die Rendite im Vergleich zum Marktzinsniveau, desto schlechter die Bonität.
  • Fällt das Marktzinsniveau, steigen die Anleihenkurse – und umgekehrt.
  • Je stabiler der Schuldner, desto besser ist die Handelbarkeit am Sekundärmarkt (Börse).
  • Geldmarkt = Veranlagungen bis 1 Jahr - stark von Leitzinsen der Notenbank abhängig.
  • Kapitalmarkt = Veranlagungen größer 1 Jahr - stark von Konjunkturerwartungen abhängig.
  • Sonderform: Für das höhere Risiko von Nachrang- oder Ergänzungskapitalanleihen zahlt der Emittent in der Regel eine höhere Verzinsung – den sogenannten Risikoaufschlag.


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