Branchenanalyse

Bestimmung der aussichtsreichsten Branchen

Kurse der Aktien unterschiedlicher Branchen entwickeln sich nicht parallel. Man kann sogenannte Branchenzyklen beobachten. Ist man im Rahmen der Gesamtwirtschaftlichen Analyse zu dem Schluss gekommen, dass sich ein Investment in Aktien lohnt, kann man die Einzelwerte weiter einschränken, indem man eine Branchenanalyse macht.

Brancheneinteilung

Branche Detail

Beispiele

Wachstumsbranchen Unternehmen dieser Branchen erzeugen Produkte mit ständig steigender Nachfrage. Die Aktien dieser Unternehmen sind daher in der Regel teurer, ihr Kursgewinnverhältnis liegt über dem Marktdurchschnitt.

Erneuerbare Energien, Business to Business (B2B), Business to Consumer (B2C), Technologiewerte, Biotech, ...

Zyklische Branchen Unternehmen dieser Branchen sind besonders stark von den Wirtschaftszyklen abhängig. Läuft die Konjunktur gut, verzeichnen Unternehmen dieser Branchen überdurchschnittliche Umsatz- und Gewinnzuwächse. Läuft die Konjunktur schlecht, sind die Gewinne von Unternehmen dieser Branchen unter Druck, ein Abrutschen in die Verlustzone ist möglich.

Rohstoffe, Chemie, dauerhafte Konsumgüter (zB Automobil)

Defensive Branchen Unternehmen dieser Branchen machen den allgemeinen Konjunkturzyklus nur abgeschwächt mit.

Nahrungsmittelbranche, klassische Pharmawerte, Versorgungswerte

Schrumpfende Branchen Der Markt für Unternehmen einer schrumpfenden Branche wird immer kleiner. Es kommt zu einem Verdrängungswettbewerb. In Europa sind zur Zeit kaum Branchen auszumachen.

Historische Beispiele: klassische europäische Textilwerte, europäische Schiffswerften

 

Branchenentwicklung im Zusammenhang mit dem Konjunkturzyklus 


In den verschiedenen Phasen des Wirtschaftszyklus entwickeln sich die Aktien unterschiedlicher Branchen oft unabhängig voneinander, manchmal sogar in entgegengesetzter Richtung.

Beginn des Konjunkturaufschwunges

Am Beginn eines neuen Wirtschaftsaufschwunges trägt die Erwartung einer sich beschleunigenden Nachfrage zum Anstieg der zyklischen Aktien bei. Zyklische Werte (Rohstoffe, langlebige Wirtschaftsgüter) hängen stark von der Stimmung in der Wirtschaft ab. Wenn die Unternehmer und Konsumenten optimistischer werden, so ist zu erwarten, dass sie vermehrt investieren bzw. konsumieren werden. Das wird die Rohstoffpreise steigen lassen - und somit die Rohstoffaktien. Ein ansteigendes Vertrauen der Konsumenten in die Sicherheit ihrer Arbeit und ihres Einkommens wird zu einem Anstieg im Verbrauch von langlebigen Wirtschaftsgütern führen (Autos, ...) Die führt zu einem Anstieg dieser Sektoren.

Hochkonjunktur

Wenn die Wirtschaft dann tatsächlich auf Hochtouren läuft, und noch keine Warnsignale für ein baldiges Ende der Hochkonjunktur sichtbar werden, können die Rohstoff-, Industriegüterindustrie und die Sektoren für langlebige Wirtschaftsgüter noch immer gut laufen, sie nähern sich aber schon den Hochs an, und man sollte langsam ans Aussteigen denken. In dieser Phase sind Verbrauchsgüter (Einzelhandel, Reisen, Luxusgüter, ..) hoch in der Nachfrage. Daher können Hersteller dieser Produkte sehr gute Gewinne erzielen, die Aktien steigen.

Ende der Hochkonjunktur

Sobald sich ein Ende der Hochkonjunktur abzeichnet (steigende Zinsen, hohe Rohstoffpreise, Gewinnwarnungen, ..), ist die Zeit für defensive Werte gekommen (Energieversorger, defensive Pharmaunternehmen). Die Angst vor einer wirtschaftlichen Abschwächung treibt die Anleger in Werte, denen es trotz wirtschaftlicher Abschwächung noch halbwegs gut gehen sollte. Haben die Zinssteigerungen ein hohes Niveau erreicht, so kann ein Investment in Anleihen attraktiver sein.

Rezession

Ist dann tatsächlich der Tiefpunkt in der Konjunktur erreicht, unterstützen Regierungen ihre Länder mit zusätzlichen Investitionen, um zum Beispiel den Infrastrukturbereich wieder anzukurbeln. Die Notenbanken senken ihre Zinsen, eventuell werden sogar regelrechte Konjunkturpakete geschnürt, um den Wirtschaftskreislauf wieder in Gang zu bringen. Anleger sollten dann darauf achten, dass an den Märkten bereits die Bodenbildungsphase eingesetzt hat, bevor sie wieder beginnen, vorsichtig zu investieren. Langfristig gesehen können sich gute Chancen für Anleger ergeben, die solide Unternehmenstitel kaufen.

 

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