Palmen von oben
Palmöl – Verkaufsschlager mit Schattenseite

Was Schokoaufstrich und Ethikfonds verbindet

Palmöl brachte Schwung in ethische Diskussion der Konsumenten

Schokoaufstrich, Fertigpizza, Duschgel – spätestens auf den zweiten Blick wird der gemeinsame Nenner deutlich: Palmöl. Eine scheinbar harmlose Zutat, deren Bedeutung sich erst nach und nach erschließt.

Still und leise wurde Palmöl zu einem fixen Bestandteil unseres Lebens. Nicht zuletzt wegen des steigenden Bewusstseins von Konsumenten/-innen sind in den vergangenen Jahren aber auch Initiativen entstanden, welche die großen Supermärkte in dieser Problematik zum Umdenken zwang. Mittlerweile wird „palmölfrei“ auf vielen Verpackungen explizit hervorgehoben. Ob die stattdessen verwendeten Alternativen ethisch-korrekter sind – würde eine nähere Betrachtung verlangen.


Was ist eigentlich Palmöl?

Etwa ein Drittel der globalen Nachfrage nach Pflanzenöl wird derzeit schon über Palmöl abgedeckt. Es kommt in verschiedensten Produkten wie Bratöl, Margarine, Fertignudeln, aber auch in Kosmetikprodukten oder Waschmitteln zum Einsatz. Die Pflanzen, aus denen Palmöl gewonnen wird, sind äußerst ertragreich und tragen das ganze Jahr über Früchte. Ursprünglich stammt die Ölpalme aus den Tropenwäldern Westafrikas, mittlerweile wächst sie in allen Tropenregionen der Welt. Der Fruchtstand besteht aus unzähligen Einzelfrüchten, so groß wie Zwetschgen. Aus den Kernen der Früchte gewinnt man das festere und farblose Palmkernöl, aus dem Fruchtfleisch der Früchte wird das orangerote Palmöl extrahiert. Die Produzenten schätzen Palmöl wegen seiner optimalen Konsistenz für die Weiterverarbeitung, seines niedrigen Preises und wegen des guten Geschmacks. So weit, so gut. Warum sollten wir aber das Schokoaufstrich-Glas einmal wenden und einen kritischen Blick auf das Etikett werfen? Oder: Was könnte am Genuss einer Fertigpizza ethisch verwerflich sein?

Schauplatz Indonesien

Im sogenannten „Paradise Forest“ von Indonesien wird derzeitig am schnellsten und brutalsten abgeholzt, um Platz für Palmöl-Plantagen zu machen. Jede Stunde wird Wald in der Größe von 300 Fußballfeldern vernichtet. Sogenannte „Primärwälder“, von menschlicher Einflussnahme nicht berührter Wald, verschwinden für immer von der Bildfläche. Mit der Schaffung dieser Monokulturen sind hohe CO2-Emissionen verbunden. Um eine Plantage errichten zu können, wird zuerst der Urwald abgeholzt. Was vom Wald noch übrig bleibt, wird brandgerodet. Danach werden die kohlenstoffreichen Torfböden entwässert.

Runder Tisch für nachhaltiges Palmöl

Um diesen Machenschaften Einhalt zu gebieten, wurde im Jahr 2024 der „Round table on Sustainable Palm Oil“ (RSPO) initiiert, welche unterschiedliche Gruppierungen wie Umweltschutzorganisationen, Großhändler und Palmölproduzenten an einen Tisch bringt. Der RSPO hat acht Prinzipien mit einer Reihe Kriterien zur Definition einer nachhaltigen Produktion von Palmöl entwickelt. Unter anderem fordert man darin Verantwortung gegenüber der Umwelt und die Wahrung natürlicher Ressourcen und Biodiversität. Dies soll garantieren, dass keine weiteren Regenwaldareale oder schützenswerte Gebiete für die Produktion von Palmöl gerodet werden und dass die Mühlen und Anbaubetriebe ihre Umweltbelastungen so niedrig wie möglich halten. Weites sollen diese Prinzipien gewährleisten, dass die Grundrechte der indigenen Landbesitzer, der Gemeinschaften vor Ort, der Mitarbeiter in den Anbaubetrieben, der Kleinbauern und deren Familien respektiert und in vollem Umfang berücksichtigt werden. Der RSPO zählt derzeit 1.593 Mitglieder und hat seinen Sitz in Zürich.

Interview mit Dr. Florian Hauer

CEFA, Fondsmanager des KEPLER Ethik Aktienfonds und des KEPLER Umwelt Aktienfonds sowie Aktienteil des Ethik Mix und Ethik Mix Ausgewogen


bankdirekt.at: Ist die Problematik Palmöl in den Ethik Fonds der KEPLER-FONDS KAG ein Thema? 

FLORIAN HAUER: Palmöl wird von ISS ESG, unserem Partner im Nachhaltigkeits-Research, als stark belasteter Rohstoff gesehen. Regelmäßig werden in dem Zusammenhang Fälle massiver Umweltzerstörung aufgedeckt. Daneben kommt es in dieser Industrie auch zu Verstößen in Bezug auf Arbeits- und Menschenrechte. Ein Ausschlusskriterium für die Produktion/Verwendung von Palmöl ist aktuell nicht aktiviert. Durch die Ausschlusskriterien Kontroverses Umweltverhalten, Arbeitsrechte und Menschenrechte kann die Thematik aber sehr gut gegriffen werden. Im ISS ESG Corporate Rating wird außerdem bewertet, wie die Unternehmen versuchen, die mit Palmöl verbundenen Risiken zu minimieren (Verwendung von zertifiziertem, CO2-neutralem Palmöl, etc.).

Dr. Florian Hauer

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20.10.2020 - Nachhaltige Geldanlage